Das Glückskleeblatt

der Wilden Wiese

So nennen sich die vier Mädchen Jasmin, Sarah, Sabine und Rümeysa (eigentlich hört sie lieber Rümi). Die vier wohnen am Rande einer Stadt und gehen alle auf dieselbe Schule. Nach den Sommerferien kommen sie in die sechste Klasse.

Jasmin

Jasmin liebt Pferde über alles. Bei der "Pferdetränke", einem kleinen Reitstall am Rande der Stadt, hatte sie ein Pflegepferd. Nene, die eigentlich Dulcinea heißt, wurde von Jasmin fast jeden Nachmittag besucht. Ihre zwei Freundinnen Sarah und Rümi waren natürlich mit dabei. Kurz vor den Sommerferien benahm sich Nene seltsam. Sie wirkte teilnahmslos und traurig. Jasmin machte sich Sorgen und berichtete Nenes Besitzerin davon. Aber der gefiel das überhaupt nicht. Was bildete sich dieses Mädchen ein? Glaubte sie etwa, dass sie mehr von Pferden verstand als Erwachsene? So gab es einen furchtbaren Streit und die wütende Besitzerin erteilte Jasmin Stallverbot.

Und so saß Jasmin traurig vor der Pferdetränke, denn ihre schönsten Sommerferienträume waren geplatzt: Tagelang mit Nene im Stall zu verbringen...

Was nun?

Sarah

Sarah mag Pferde auch sehr gerne, aber noch lieber zieht sie sich schön an. Tolle Klamotten sind ihr großes Hobby. Manchmal ärgert sie sich über ihre wilden schwarzen Haare, die sich so schlecht frisieren lassen.

Und sie muss feststellen: Immer wenn sie mit Jasmin und Rümi unterwegs ist, kommt sie mit schmutzigen Hosen, T-Shirts oder Schuhen zurück.

"Ich muss wohl irgendwann spezielle Pferdemode erfinden", seufzt sie manchmal, wenn sich wieder einmal ein Fleck nicht herauswaschen lässt. Aber eigentlich liebt sie es, mit ihren Freundinnen zusammen etwas zu unternehmen. Und das diese Sommerferien besonders spannend werden, merkt sie sehr schnell.

Sabine

Sabine ist nicht nur ein Mathegenie, sondern auch ein bisschen pummelig. Sie geht zusammen mit Sarah in eine Klasse, aber befreundet sind sie nicht. Eigentlich ist niemand so richtig mit Sabine befreundet. So sitzt sie oft allein zu Hause und surft im Internet. Dort liest sie viel über Pferde und kennt viele spannende Pferdeseiten. Doch noch lieber würde sie selbst reiten, aber ihrer Mutter ist Reiten zu gefährlich und ihrem Vater zu teuer. Also bleiben nur die schönen Pferdebilder aus dem Internet. Ein zweiter Computerfan sitzt gerne auf ihrem Schreibtisch und sieht ihr bei den Fantasie-Reisen zu. Es ist Hubert, Sabines weiße Ratte. Hubi blickt sie mit seinen roten Augen freundlich an und ist immer für sie da.

Und was Sabine noch nicht weiß: In diesen Sommerferien wird für sie alles anders werden, und das eigentlich nur, weil sie so gut in Mathe ist...

Rümeysa

Rümeysa mag eigentlich überhaupt keine Pferde, sie fürchtet sich sogar vor ihnen. "Diese Pferdemonster sind mir einfach zu groß!", schimpft sie oft und flüchtet auf einen Baum. Sie liebt es, auf Bäumen herumzuklettern und hätte am liebsten ein eigenes Baumhaus. Ihr Hobby lässt sich ziemlich leicht erraten, dazu muss man nur ihre Hosen und ihre Beine ansehen.

Rümeysa hat braune Haare und braune Augen. Sie geht mit Jasmin in die gleiche Klasse und hasst Hausaufgaben. Die macht sie meistens in irgendeinem Baum. "Meine Hefte würden viel weniger zerknittert aussehen, wenn ich endlich ein eigenes Baumhaus hätte", denkt sie oft. Dass ausgerechnet Sabine dabei hilft, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen, kann sich Rümi am Anfang der Sommerferien noch gar nicht vorstellen.

Opa Meyerhoff

Herr Meyerhoff ist schon sehr alt. Er redet nicht gerne darüber, aber er ist schon älter als siebzig Jahre. Er wohnt in der Seniorenwohnanlage "Sankt Bonifatius". "Bonifatius-Heim" nennt er es immer. Das mag der Leiter des Heims aber gar nicht gerne hören. Opa Meyerhoff wohnt eigentlich nur dort, weil sein Sohn ihn überzeugt hat, dass es besser für ihn ist.
Manchmal sitzt er nachmittags im Gemeinschafsraum und starrt aus dem Fenster. Dann ist er ziemlich schlecht gelaunt. Und seine Laune wird noch schlechter, wenn er feststellen muss, dass jemand seinen Lieblingssessel besetzt hat.
Aber dann steht er auf, holt seinen Ziehwagen aus seinem Appartement und verschwindet in die Felder. Und dabei haben manche Mitbewohner ihn schon fröhlich pfeifen gehört. Aber niemand hat bis jetzt herausbekommen, wohin er dann geht. Einmal hat ihn jemand gefragt: "Herr Meyerhoff, wo gehen sie eigentlich immer hin?"
Da hat er fröhlich geguckt und gesagt: "Ich mache meine Wanderung durch die Felder. Schließlich will ich fit bleiben."
"Aha", hat der andere gesagt, "deswegen haben Sie sicherlich auch die Riesenmengen Karotten und Äpfel in ihren Ziehwagen gepackt!"
Opa Meyerhoff guckte ein bisschen ertappt und nickte dann: "Ganz genau. Ich weiß ja nie, wann mich der wilde Vitaminhunger überfällt."
Dann verschwand er mit seinem Ziehwagen summend in den Feldern.

Andrea, die Reitschülerin

Andrea ist sieben und möchte nichts lieber als Reiten. So muss sich ihre Mutter auf die Suche nach einem Reitstall machen. Eigentlich ist das Frau Gruber gar nicht recht, aber Andrea hat eben einen Dickschädel. Aber wer gibt in der Gegend Unterricht? Durch ein Versehen stößt sie auf die Wilde Wiese und Andrea entdeckt die drei Pferde. "Hier will ich reiten, Mama!" Andreas Entschluss steht fest, Aber schaffen Frido, das Dartmoorpony, und Andrea es gemeinsam, die zögernde Frau Gruber zu überzeugen?

Herr Gabriel

Herr Gabriel wohnt auch im Bonifatius-Heim. Und er findet es Blödsinn, dass im Gemeinschaftsraum bestimmte Sessel freigehalten werden, nur weil irgendjemand meint: "Das ist mein Stammsessel." Also setzt sich Herr Gabriel auf den Sessel der gerade frei ist. Da er häufig in Opa Meyerhoffs Sessel landet, ist eines sicher: Das gibt Streit. Aber Herr Gabriel streitet sich nicht nur um Sessel, er hatte auch einmal einen Beruf, der auf der Wilden Wiese bald dringend gebraucht wird.

Jasmins Schwester Lucy

Irgendwie muss Jasmin ihre kleine Schwester mit ihrem "Pferdevirus" angesteckt haben. Lucy ist mindestens ebenso wild auf Pferde wie ihre große Schwester. Deswegen möchte sie auch zu gerne herausbekommen, warum Jasmin jeden Nachmittag verschwindet. Ist sie wirklich bei ihrem Pflegepferd oder geschieht da etwas anderes. Lucy ist sich ganz sicher: "Da ist was faul!" Jasmin verheimlicht ihr irgend etwas. Und dabei geht es ganz, ganz sicher um Pferde. Also versucht Lucy alles, um herauszubekommen, wohin ihre Schwester jeden Nachmittag verschwindet.